Das Buch zeigt die homosexuellen Neigungen des Protagonen Jean Floressas des Esseintes explizit, etwa in erotischen Erinnerungen an junge Männer. Es gilt als einflussreiches Werk der queeren Literatur und inspirierte Autoren wie Oscar Wilde.
Der Roman 'Gegen den Strich' von Joris-Karl Huysmans, erschienen 1884, folgt dem dekadenten Aristokraten Jean Floressas des Esseintes, dem letzten Spross eines alten französischen Adelsgeschlechts. Abgestoßen von der banalen Pariser Gesellschaft zieht er sich in ein abgelegenes Haus zurück, um eine Welt totaler Künstlichkeit zu schaffen. Er widmet sich exzentrischen Leidenschaften: Sammlungen seltener Bücher, kunstvollen Möbeln, synthetischen Düften und raffinierten sensorischen Experimenten, die den Geist über die Natur stellen sollen. Die Handlung ist bewusst handlungsarm und kreist um innere Monologe und ästhetische Ekstasen, die in psychische und körperliche Krise münden.
Der LGBT-Bezug ergibt sich aus der expliziten Darstellung homosexueller Neigungen des Protagonisten, etwa in Erinnerungen an sinnliche Begegnungen mit jungen Männern wie dem Schauspieler Milton. Dieses Werk gilt als 'Bibel des Dekadentismus' und beeinflusste Oscar Wilde tief, dessen Dorian Gray ähnliche Motive aufgreift. Es thematisiert die Flucht vor gesellschaftlichen Normen in eine Welt der extremen Sinnlichkeit und Isolation, was es zu einem Meilenstein der queeren Literatur macht.
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