Geheul

Autor
Allen Ginsberg, geb. 1926
Genre
Lyrik
Erscheinungsjahr
1956
Seiten
464
ISBN
9783858160478
Geheul

„Geheul“ (Original: „Howl“) von Allen Ginsberg, veröffentlicht 1956, ist ein ikonisches Epos der Beat-Generation, das die spirituelle und gesellschaftliche Zerstörung Amerikas in den 1950er Jahren anklagt. Das zentrale Gedicht „Geheul für Carl Solomon“ richtet sich an Ginsbergs Freund aus der psychiatrischen Klinik, in dessen Namen er die Qualen der Moderne beschwört: Drogenexzesse, sexuelle Befreiung, Wahnsinn und Rebellion gegen die konformistische Konsumgesellschaft. Mit visionärer, jazziger Sprache und prophetischem Furor zeichnet Ginsberg ein chaotisches Porträt von Außenseitern, Homosexuellen, Junkies und Künstlern, die von der „bestialischen Maschinerie“ Molochs zerquetscht werden.

Der **LGBT-Bezug** ist zentral: Ginsberg, offen schwul, feiert queere Liebe und Identität explizit, etwa in Bildern von schwulen Orgien und homoerotischen Ekstasen, was das Werk zu einem Meilenstein der schwulen Literatur macht. 1957 führte der obscenity trial gegen den Herausgeber Lawrence Ferlinghetti zu einem Freispruch, der die Grenzen der Zensur neu definierte. „Geheul“ symbolisiert die Befreiung von Tabus und bleibt ein Aufruf zur Authentizität und sexuellen Revolution.

Queerer Bezug: „Geheul“ ist hochrelevant für die LGBT-Geschichte, da Allen Ginsberg als offen schwuler Dichter homoerotische Liebe und queere Subkulturen feiert und damit sexuelle Befreiung propagiert. Der berühmte Obscenity-Prozess 1957 stärkte die Sichtbarkeit schwuler Literatur.