Geschichte der Sexualität

Autor
Michel Foucault, geb. 1926
Genre
Sachbuch
Erscheinungsjahr
1976
Seiten
208
ISBN
9783515113342
Geschichte der Sexualität

In 'Geschichte der Sexualität', einem monumentalen Werk des Philosophen Michel Foucault, untersucht der Autor die Entstehung und Funktionsweise moderner Sexualitätskonzepte. Der erste Band 'Der Wille zum Wissen' widerlegt die gängige Repressionshypothese: Statt einer Unterdrückung der Sexualität seit dem 17. Jahrhundert beschreibt Foucault eine 'diskursive Explosion', in der Medizin, Psychiatrie, Pädagogik und Recht zunehmend über Sex sprechen und ihn kontrollieren. Sexualität wird zu einem zentralen Wissensobjekt, das Machtbeziehungen durchdringt.

Der **LGBT-Bezug** ist besonders relevant: Foucault beleuchtet, wie ab dem 19. Jahrhundert 'periphere Sexualitäten' wie Homosexualität pathologisiert und identitär fixiert wurden – aus Handlungen wurden Identitäten, die staatliche Kontrolle ermöglichten. Dieses Buch ist grundlegend für Queer-Theorie und Kritik an heteronormativen Strukturen, da es zeigt, wie Macht nicht nur unterdrückt, sondern Sexualität produziert und normiert. Spätere Bände wie 'Der Gebrauch der Lüste' und 'Die Sorge um sich' erweitern den Blick auf Antike und Christentum, wo Selbsttechniken der Luststeuerung entstehen.

Mit seiner Analyse revolutionierte Foucault das Verständnis von Sexualität als Machtinstrument und inspirierte Debatten über Freiheit und Subjektivität.

Queerer Bezug: Das Buch analysiert, wie Homosexualität und andere 'periphere Sexualitäten' im 19. Jahrhundert als Identitäten konstruiert und kontrolliert wurden, was es zu einem Eckpfeiler der Queer-Theorie macht. Foucault zeigt, dass Sexualität nicht unterdrückt, sondern durch Diskurse produziert wird.