- Nationalität
- Französisch
- Geboren
- 15.10.1926
Michel Foucault, geboren am 15. Oktober 1926 in Poitiers als Paul-Michel Foucault, war einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. In eine wohlhabende Arztfamilie hineingeboren, studierte er Philosophie und Psychologie an der École normale supérieure in Paris. Nach frühen Suizidversuchen und Aufenthalten in psychiatrischen Einrichtungen arbeitete er als Lektor in Uppsala, Warschau und Hamburg. Ab 1960 lehrte er an Universitäten wie Clermont-Ferrand und Vincennes, bevor er 1970 den Lehrstuhl für die Geschichte der Denksysteme am Collège de France erhielt.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen 'Wahnsinn und Gesellschaft' (1961), das die Entstehung moderner Psychiatrie analysiert, 'Die Ordnung der Dinge' (1966), 'Die Archäologie des Wissens' (1969) und die Macht- und Sexualitätsanalysen in 'Überwachen und Strafen' (1975) sowie 'Der Wille zum Wissen' (1976), dem ersten Band der 'Geschichte der Sexualität'. Foucault prägte Begriffe wie Diskurs, Macht und Subjektivität und engagierte sich in Bewegungen wie Gefängnisreform und Antirassismus.
Als offen schwuler Mann und langjähriger Partner von Daniel Defert thematisierte Foucault queere Praktiken und Machtverhältnisse in der Sexualität. Er starb am 25. Juni 1984 in Paris an AIDS, was seine Reflexionen über Körper und Kontrolle tragisch unterstrich.