- Autor
- Manuel Puig, geb. 1932
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1976
- Seiten
- 281
- ISBN
- 9798595348171
Der Roman 'Der Kuss der Spinnenfrau' von Manuel Puig, erstmals 1976 veröffentlicht, spielt in einem argentinischen Gefängnis während der Militärdiktatur. Die beiden Zellengenossen, der homosexuelle Schaufensterdekorateur Luis Molina und der marxistische Revolutionär Valentín Arregui, teilen sich eine enge Zelle. Molina, inhaftiert wegen Verführung eines Minderjährigen, vertreibt sich die Zeit, indem er detailliert Handlungen alter Hollywood-Filme und Melodramen nacherzählt – von 'Cat People' bis zu kitschigen Liebesgeschichten. Diese Erzählungen dienen als Flucht aus der harten Realität und fördern eine unerwartete Annäherung zwischen den anfangs gegensätzlichen Männern.
Der **LGBT-Bezug** ist zentral: Molinas Homosexualität und seine feminine Identifikation mit Filmheldinnen stehen im Vordergrund. Im Verlauf entwickelt sich eine intime Beziehung, in der Vorurteile fallen und gegenseitiges Verständnis entsteht. Valentín, zunächst abweisend, erkennt Molinas Liebe an und erwidert sie. Das Buch thematisiert queere Identität, Geschlechterrollen und die Kraft der Empathie inmitten von Unterdrückung. Puig kontrastiert politischen Aktivismus mit emotionaler Hingabe und zeigt, wie Molina letztlich heldenhaft für Valentíns Sache eintritt. Als wegweisendes Werk der lateinamerikanischen Literatur beleuchtet es Terror, Freundschaft und die transformative Macht der Liebe.
Queerer Bezug: Das Buch thematisiert zentral Homosexualität durch die Figur des schwulen Molina, der seine queere Identität mit Filmfantasien verbindet und eine intime Beziehung zu seinem Zellengenossen aufbaut. Es bricht Vorurteile auf und feiert queere Liebe als heldenhaftes Opfer inmitten politischer Unterdrückung.