- Autor
- E.M. Forster, geb. 1879
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1971
- Seiten
- 256
- ISBN
- 9780736629928
Maurice ist ein Roman von E. M. Forster, der posthum 1971 veröffentlicht wurde. Die Geschichte folgt Maurice Hall, einem jungen Mann aus der britischen Oberschicht, der während seines Studiums in Cambridge seine homosexuelle Orientierung entdeckt. Zunächst verliebt er sich leidenschaftlich in seinen Kommilitonen Clive Durham. Ihre Beziehung bleibt jedoch platonisch, da Clive sich dem gesellschaftlichen Druck beugt, heiratet und seine Homosexualität verleugnet.
Verzweifelt sucht Maurice Hilfe bei einem Arzt und einem Hypnotiseur, um seine Neigungen zu unterdrücken, scheitert jedoch. Erst die Begegnung mit Alec Scudder, dem Wildhüter auf Clives Landsitz, bringt wahre Erfüllung. Trotz Klassenunterschieden entwickelt sich eine leidenschaftliche, körperliche Liebe, die Maurice zur Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen führt. Der Roman endet mit einem glücklichen, wenn auch unrealistischen Ausgang.
Als LGBT-Klassiker prangert Maurice die Repression der viktorianischen Gesellschaft gegen Homosexualität an und feiert die Suche nach authentischer Liebe jenseits von Konventionen. Forster schrieb das Werk früh im 20. Jahrhundert, verzichtete aber zu Lebzeiten auf eine Veröffentlichung, um Skandale zu vermeiden. Es bleibt ein Plädoyer für Aufrichtigkeit und Freiheit.
Queerer Bezug: Der Roman thematisiert das sexuelle Erwachen eines jungen Mannes und die gesellschaftliche Repression der Homosexualität im frühen 20. Jahrhundert. Er zeigt den Konflikt zwischen platonischer und körperlicher schwuler Liebe sowie die Befreiung durch authentische Beziehungen über Klassengrenzen hinweg.