Das Buch thematisiert subtil queere Aspekte durch ambigue Beziehungen und fließende Geschlechterrollen in einer traumartigen Realität. Es eignet sich für LGBT-Leser durch die Erkundung von Identitätsunsicherheit und Isolation.
"Untold Night and Day" (deutsch: "Weiße Nacht") von Bae Suah erzählt von der 28-jährigen Ayami, Assistentin in Seouls einzigem Hörtheater für Blinde, das nun geschlossen wird. Ratlos über ihre Zukunft streift sie nachts mit dem Theaterdirektor durch die Straßen, auf der Suche nach einer verschollenen Freundin. Sie philosophieren über Lyrik, Jobs und die Vergeblichkeit der Liebe. Am nächsten Tag arbeitet Ayami als Dolmetscherin für den deutschen Krimiautor Wolfi, mit dem sie über Literatur und Reisen diskutiert. In der erdrückenden Sommerhitze Seouls verwischen Realität und Traum, Vergangenheit und Gegenwart fließen ineinander, enthüllen eine Welt voller Doppelgänger und innerer Konflikte.
Der Roman fasziniert durch seine surreale, fiebertraumartige Atmosphäre und Bae Suahs poetische Sprache. Obwohl kein expliziter LGBT-Bezug vorliegt, thematisiert das Buch queere Elemente subtil durch ambigue Beziehungen und Geschlechterrollen, die in der fließenden Grenze zwischen Sein und Schein aufgelöst werden. Es spiegelt die Isolation und Suche nach Identität wider, was es für ein LGBT-Publikum relevant macht, da es die Fluidität von Wahrnehmung und Selbst erforscht.
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