Das Buch thematisiert offen männliche Homosexualität als zentrale Handlungselement, indem der Protagonist Yuichi als unbeschwerten, schönen Homosexuellen dargestellt wird, der Affären mit Männern pflegt. Es bietet einen frühen, nuancierten Einblick in Tokios schwule Unterwelt der Nachkriegszeit.
„Verbotene Farben“ (Kinjiki) von Yukio Mishima, erstmals 1951 veröffentlicht, erzählt die Geschichte des alternden, misogyne Schriftstellers Shunsuke, der durch vergangene Demütigungen von Frauen geprägt ist. Er entdeckt den jungen, atemberaubend schönen Yuichi Minoura, einen homosexuellen Schönling, der Frauen nicht lieben kann, und macht ihn zu seinem Werkzeug der Rache. Shunsuke finanziert Yuichi und fordert ihn auf, eine lieblose Ehe mit der naiven Yasuko einzugehen, während er Affären mit Frauen wie der eleganten Kyoko und der Gräfin Kaburagi führt – alles inszeniert, um weibliches Leid zu maximieren.
Der Roman taucht tief in Tokios schwules Unterwelt nach dem Zweiten Weltkrieg ein und thematisiert offen homosexuelle Beziehungen, darunter Yuichis Liaison mit dem älteren Nobutaka. Der **LGBT-Bezug** liegt in der nuancierten Darstellung männlicher Homosexualität als zentrale Triebfeder der Handlung, kontrastiert mit Shunsukes Hass auf Frauen. Mishima erforscht Schönheit, Jugend, Alter und verbotene Begierden, was das Werk zu einem Meilenstein der japanischen Literatur macht und die Komplexität queeren Lebens in der Nachkriegszeit beleuchtet.
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