- Autor
- Thomas Mann, geb. 1875
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1906
- Seiten
- 80
Thomas Manns Novelle "Wälsungenblut" (1905) erzählt die Geschichte der jüdischen Zwillinge Siegmund und Sieglind Aarenhold, die in einer Welt von Luxus und künstlerischer Verfeinerung aufwachsen. Das Geschwisterpaar lebt in einer exklusiven, von der Realität abgehobenen Gemeinschaft im Berliner Westen. Als Sieglinds bevorstehende Heirat mit einem christlichen Adligen das Ende ihrer engen Verbindung ankündigt, zelebrieren die beiden einen letzten gemeinsamen Besuch von Wagners "Walküre". Unter dem Eindruck der Oper steigern sie sich in eine Atmosphäre aus Kunstverehrung und Selbstinszenierung, die in einer inzestuösen Beziehung kulminiert. Die Novelle thematisiert Dekadenz, verbotene Liebe und die Transgression sozialer Grenzen.
Queerer Bezug: Die Novelle behandelt transgressive Sexualität und verbotene Liebe zwischen Geschwistern, was sie für LGBT-Kontexte relevant macht, insofern sie konventionelle Sexualnormen und Familienstrukturen hinterfragt und dekonstruiert.