- Autor
- Kazuo Ishiguro, geb. 1954
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1989
- Seiten
- 287
"Was vom Tage übrig blieb" von Kazuo Ishiguro ist ein meisterhafter Roman, der die Erinnerungen des alternden Butlers Stevens an seine Jahre auf Darlington Hall erzählt. Stevens, ein Inbegriff britischer Professionalität, widmet sein Leben vollends der Pflicht und Diskretion, während Lord Darlington in den 1930er Jahren politisch mit Appeasement-Politik gegenüber den Nazis sympathisiert. Auf einer seltenen Reise besucht Stevens seine ehemalige Kollegin Miss Kenton, was alte Gefühle und verpasste Chancen auf Liebe aufwühlen lässt.
Der **LGBT-Bezug** ergibt sich subtil aus Stevens' rigider Unterdrückung emotionaler Bindungen, die queere Lesarten als Metapher für internalisierte Repression und unausgelebte Sehnsüchte interpretieren. Die bittersüße Geschichte kritisiert Standesdünkel und blinde Loyalität, beleuchtet menschliche Verletzlichkeit und die Tragik verdrängter Leidenschaften. Ishiguros Nobelpreis-gekröntes Werk (2017) reflektiert über Würde, Reue und das, was vom Leben bleibt.
Queerer Bezug: Der Roman wird in queeren Interpretationen als Allegorie auf internalisierte Homophobie gelesen, da Stevens' extreme emotionale Unterdrückung und Verleugnung von Gefühlen für Miss Kenton Parallelen zu unausgelebter queeren Identität aufweist.