Prides Locations Reisen Partys Filme News
Gay-Movies.de

Queere Streaming-Nischenanbieter: Dekkoo, Revry & Co. im Überblick

Queere Streaming-Nischenanbieter: Dekkoo, Revry & Co. im Überblick
4 Min Lesezeit

Netflix und Amazon haben zwar LGBTQ+-Kategorien, doch Titel verschwinden dort ständig wieder. Wer gezielt queeres Kino sucht, findet bei Dekkoo, Revry, Tello Films und Co. spezialisierte Bibliotheken – allerdings fast ausschließlich auf Englisch.

Netflix hat inzwischen eine eigene LGBTQ+-Kategorie, Amazon Prime auch. Trotzdem verschwinden dort ständig Titel wieder aus dem Angebot, weil Lizenzen auslaufen oder sich Algorithmen ändern. Wer gezielt nach queerem Kino sucht, wird deshalb schnell auf einer Handvoll spezialisierter Streamingdienste landen, die sich fast ausschließlich queeren Inhalten widmen. Der bekannteste heißt Dekkoo, doch es gibt eine ganze Reihe kleinerer Plattformen, die für unterschiedliche Zielgruppen jeweils eigene Stärken mitbringen.

Dekkoo hat die größte Bibliothek

Dekkoo wirbt mit der größten Sammlung an schwulem Film- und Serienmaterial im Netz – mehrere Hundert Titel, wöchentlich kommen neue dazu. 9,99 US-Dollar kostet das Monatsabo, ein Jahresabo drückt den Preis auf umgerechnet knapp 7 Dollar monatlich. Vor der ersten Abbuchung steht ein kostenloser Testzeitraum, kündbar ist jederzeit. Für deutsche Nutzer:innen ist ein Punkt wichtig: Das komplette Angebot läuft auf Englisch, deutsche Untertitel oder Synchronisationen gibt es nicht. Wer flüssig Englisch versteht, findet hier trotzdem die größte Auswahl an schwulen Independent-Filmen, die es aktuell gibt.

Bei Revry laufen die meisten Inhalte kostenlos

Revry, 2016 in Los Angeles von Damian Pelliccione, Wadooah Wali, Alia J. Daniels, Christopher Rodriguez und LaShawn McGhee gegründet, verfolgt ein anderes Modell. Ein Großteil des Angebots ist kostenlos, finanziert über Werbung, dazu kommen mehrere kostenlose Live-TV-Kanäle direkt in der App. Kleiner als bei Dekkoo ist die Bibliothek, dafür liegt der Fokus erklärtermaßen auf globaler Vielfalt: Serien, Dokumentationen und Podcasts aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Identitäten im Zentrum, nicht nur schwule Stoffe aus den USA. Über eine eigene App sowie über Streaming-Boxen wie Roku, Amazon Fire TV oder Apple TV lässt sich Revry empfangen.

OUTtv und Here TV als etablierte Zweitanbieter

OUTtv bezeichnet sich selbst als ältesten LGBTQ+-Fernsehsender der Welt und bietet als eigenständiges Abo für 5,99 US-Dollar im Monat werbefreien Zugriff auf Originalserien, Dokumentationen und Specials. In den USA, Kanada, Neuseeland und Australien lässt sich der Dienst zusätzlich als Zusatzkanal über Prime Video buchen – für Deutschland gilt das bislang nicht, der Zugang läuft nur über die eigene App oder den Browser.

Here TV verlangt mit 7,99 US-Dollar im Monat etwas mehr, bringt dafür kuratierte Empfehlungen nach Genre und Sehverhalten mit sowie einige preisgekrönte Eigenproduktionen. Auch hier: englischsprachige Inhalte, Zugang weltweit über die Webseite und gängige Streaming-Apps.

Tello Films ist auf lesbisches Kino spezialisiert

Wer gezielt Filme von und für queere Frauen sucht, landet fast zwangsläufig bei Tello Films. Seit über 19 Jahren existiert der Dienst schon, deutlich länger als die meisten Konkurrenten, und hat sich auf sapphic Kino spezialisiert: Spielfilme, Serien, Dokumentationen und Kurzfilme, dazu produziert Tello eigene Originalproduktionen. Neben dem klassischen Abo (monatlich oder jährlich) lassen sich einzelne Titel auch einzeln leihen, drei Tage lang kostenlos zum Testen.

Was das für deutsche Zuschauer:innen bedeutet

Alle genannten Dienste sind aus Deutschland technisch erreichbar, ohne VPN oder Umwege – anders als bei manchen US-Sendern gibt es keine harte Ländersperre. Über internationale Kreditkarten oder PayPal läuft die Abbuchung, das funktioniert in der Regel problemlos. Der eigentliche Haken liegt woanders: bei der Sprache. Keiner der Nischenanbieter bietet deutsche Untertitel oder Synchronfassungen, das Angebot richtet sich an ein internationales, englischsprachiges Publikum. Wer diese Hürde nicht scheut, bekommt dafür Zugang zu Filmen und Serien, die bei den großen Streaminganbietern nie eine Chance auf Aufnahme hätten – von Low-Budget-Independent-Produktionen bis zu Festivalfilmen, die sonst nur auf einzelnen Festivals liefen.

Ein Blick lohnt sich besonders für alle, die mit dem Angebot der großen Plattformen durch sind und tiefer in queeres Kino aus anderen Ländern und Jahrzehnten eintauchen wollen. Ein Probemonat kostet wenig und reicht meist aus, um zu merken, ob der jeweilige Programmschwerpunkt zu den eigenen Sehgewohnheiten passt.

Häufige Fragen

Ja. Anders als viele US-Streamingsender arbeiten diese Nischenanbieter nicht mit strikter Ländersperre. Zugang und Zahlung funktionieren aus Deutschland heraus direkt über die jeweilige Webseite oder App.
Nein, bei keinem der genannten Dienste. Das komplette Angebot – Filme, Serien, Menüführung – ist auf Englisch.
Dekkoo und Here TV bieten kostenlose Testzeiträume vor der ersten Abbuchung, Tello Films einen dreitägigen Test. Danach liegen die Preise zwischen 5,99 und 9,99 US-Dollar im Monat, abhängig vom Anbieter.
Revry ist der einzige Dienst mit einem großen kostenlosen, werbefinanzierten Bereich inklusive Live-TV-Kanälen. Ein zahlungspflichtiges Abo ist nicht zwingend nötig, um Inhalte zu sehen.
Das kommt auf die Sehgewohnheiten an. Wer vor allem aktuelle Serien schauen will, ist bei den großen Anbietern meist besser aufgehoben. Wer gezielt nach älteren, internationalen oder wirklich kleinen Independent-Produktionen sucht, findet bei Dekkoo, Revry oder Tello Films eine Auswahl, die es woanders schlicht nicht gibt.
Ja, Tello Films hat sich seit über 19 Jahren auf Filme von und für queere Frauen spezialisiert und produziert dazu eigene Originalinhalte.
Streaming Dekkoo Revry Tello Films Queeres Kino LGBTQ+ Filme

Das könnte dich auch interessieren