- Nationalität
- Amerikanisch
- Geboren
- 24.02.1956
Judith Butler, geboren am 24. Februar 1956 in Cleveland, Ohio, ist eine der einflussreichsten zeitgenössischen Philosophinnen und Vordenkerinnen der Queer-Theorie sowie der Gender Studies. Sie wuchs in einer jüdischen Familie mit ungarischen und russischen Wurzeln auf, besuchte eine jüdische Schule und studierte Philosophie an der Yale University, wo sie 1984 mit einer Arbeit über Hegels Begriff der Begierde promovierte. Ein Jahr verbrachte sie an der Universität Heidelberg. Nach Stationen an verschiedenen US-Universitäten wurde sie 1993 Professorin für Rhetorik und komparatistische Literaturwissenschaft an der University of California, Berkeley, wo sie den Maxine-Elliot-Lehrstuhl innehat.
Butlers Karriere ist geprägt von ihrer Dekonstruktion traditioneller Geschlechterkategorien. Ihr Durchbruchwerk Das Unbehagen der Geschlechter (1990, dt. 1991) argumentiert, dass Geschlecht performativ durch Diskurse und gesellschaftliche Normen entsteht, nicht biologisch vorgegeben ist. Weitere Schlüsselwerke sind Körper von Gewicht (1993), Haß spricht (1997) und Die Macht der Gewaltlosigkeit (2020). Als lesbische Feministin kritisiert sie Heteronormativität und verbindet Theorie mit politischem Engagement für queere Rechte und gegen Gewalt. Ihre Ideen revolutionierten das Verständnis von Identität, Subjektivität und Macht.