Die namenlose, non-binäre Erzählfigur in „Blutbuch" begegnet der an Demenz erkrankten Großmutter und beginnt, der eigenen Herkunft nachzuspüren – einer Linie von Frauen in der Familie, über die lange geschwiegen wurde. Zwischen autobiografischen Fragmenten, Berndeutsch und assoziativen Sprachspielen entsteht ein Roman, der die Suche nach einer eigenen Identität jenseits binärer Kategorien mit der Suche nach der eigenen Familiengeschichte verwebt. Kim de l'Horizon versteht sich selbst als non-binär und verarbeitet in diesem autofiktionalen Debüt zehn Jahre Schreibarbeit. Der Roman wurde mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet – als erstes Werk mit einer explizit non-binären Erzählperspektive, das diese Auszeichnung erhielt.
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