Bogotá in den 1990er-Jahren, mitten im kolumbianischen Bürgerkrieg: Die Teenagerin Valentina wächst faktisch allein auf, seit ihr Vater Ignacio sich nach dem Tod der Mutter in eine trübe Wohnung und endlose Nachmittage vor dem Fernseher zurückgezogen hat. Valentina will wissen, wie ihre Mutter wirklich ertrunken ist. Ignacio dagegen verliert sich in Erinnerungen an eine Liebe, die er einst verriet – an einen jungen Mann, den er unter den silbrigen Lichtern eines Clubs kennenlernte, als er selbst noch ein schüchterner Junge vom Land war.
Aus dieser Erinnerung tritt Mamadora Eléctrica hervor, eine weise Travesti-Figur aus Bogotás queerem Nachtleben, die zur heimlichen Hauptfigur des Romans wird. Julián Delgado Lopera erzählt in zwei ineinander verschränkten Zeitebenen von Trauer, Scham und der Gemeinschaft, die Vater und Tochter retten könnte – mit einem Text, der Spanisch und Englisch bewusst unübersetzt nebeneinanderstehen lässt.
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