Verknüpft Queer Theory und Ökokritik anhand queerer Literatur und der AIDS-Krise; Lambda Literary Award 2026.
Was bedeutet Fürsorge in einer Welt, die als sterbend erfahren wird? Die Literaturwissenschaftlerin Sarah Ensor verknüpft in ihrer Monografie „Queer Lasting: Ecologies of Care for a Dying World“ Queer Theory mit Ökokritik und untersucht dafür zwei historische Perioden, die sie als Zeiten „queeren Aussterbens“ beschreibt: die 1890er Jahre und die AIDS-Krise der 1980er Jahre.
Anhand von Nahlektüren unter anderem der Schriftstellerinnen Sarah Orne Jewett und Willa Cather sowie der Autoren Melvin Dixon, Essex Hemphill und Samuel Delany entwickelt Ensor Modelle einer Ethik des Verweilens und der gegenseitigen Fürsorge in der Gegenwart – als Gegenentwurf zu Umweltdiskursen, die sich fast ausschließlich auf eine ferne, rettbare Zukunft richten. Das Buch erschien 2025 bei NYU Press.
2026 erhielt „Queer Lasting“ den Lambda Literary Award in der Kategorie LGBTQ+ Studies. Ensors zentrale These: Wer aus AIDS-Krise und queerer Geschichte gelernt hat, mit Verlust und Endlichkeit zu leben, bringt ein Wissen mit, das angesichts der ökologischen Krise heute dringend gebraucht wird.
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