Der Roman beleuchtet intensiv schwule Begierde und Obsession durch die leidenschaftliche, bis zur Besessenheit gesteigerte Liebe des Protagonisten zu seinem jugendlichen Schüler Luc sowie seine Affäre mit einem anderen Mann. Er thematisiert schwules Leben in versteckten Parks und die komplexen Dynamiken homoerotischer Beziehungen.
„Der Hirtenstern“ (Original: „The Folding Star“) von Alan Hollinghurst, erschienen 1994, erzählt die Geschichte des 33-jährigen Engländers Edward Manners. Enttäuscht von seinem Leben flieht er in die flämische Stadt Brügge, um dort als Englischlehrer zu arbeiten. Die modrige Atmosphäre der historischen Gassen, zwielichtigen Kneipen und versteckten Parks, in denen schwule Männer Treffen haben, fasziniert ihn. Edward unterrichtet zwei Schüler: den unscheinbaren Marcel und den talentierten, wunderschönen 17-jährigen Luc, in den er sich unsterblich verliebt. Diese Obsession entwickelt sich zu einer besessenen Verehrung, die sein Leben dominiert.
Der Roman thematisiert schwule Begierde und Obsession eindringlich. Neben der Beziehung zu Luc knüpft Edward eine Affäre mit Marcels Vater, dem Kurator eines Museums mit Werken des fiktiven Symbolisten Edgard Orst. Hollinghursts präziser Stil fängt die hysterische Entrücktheit der Gefühle ein, die an Orsts Gemälde erinnert. Ein plötzlicher Todesfall zwingt Edward zur Rückkehr nach England und unterstreicht Themen wie Verlust und Vergänglichkeit. Als Booker-Shortlist-Kandidat feiert das Buch die Nuancen schwulen Lebens mit literarischer Brillanz.
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