- Autor
- Thomas Mann, geb. 1875
- Genre
- Roman
- Erscheinungsjahr
- 1903
- Seiten
- 112
Thomas Manns Novelle "Tonio Kröger" aus dem Jahr 1903 erzählt die Geschichte eines sensiblen, künstlerisch begabten jungen Mannes, der sich zwischen zwei unvereinbaren Welten zerrissen fühlt: dem bürgerlichen Leben und dem Künstlertum. Tonio, ein Außenseiter seit seiner Schulzeit, verlässt seine Heimat und kehrt Jahre später zurück, um sich seinen Jugenderinnerungen zu stellen. Die Novelle behandelt seine unerwiderte Liebe zu dem schönen Hans Hansen und seine Sehnsucht nach einem einfachen, unbefangenen Leben, das er als Intellektueller nie erreichen kann.
Das Werk trägt starke autobiographische Züge und gilt als Manns Lieblingskind. Es thematisiert die innere Zerrissenheit zwischen künstlerischer Sensibilität und bürgerlicher Normalität. Die homoerotischen Untertöne in Tonios Gefühlen für Hans Hansen sowie die Darstellung von Außenseitertum und sexueller Ambivalenz verleihen der Erzählung eine subtile LGBT-Relevanz, die in der Literaturgeschichte zunehmend erkannt wird.
Queerer Bezug: Die Novelle enthält homoerotische Untertöne in Tonios intensiven Gefühlen für den schönen Hans Hansen und thematisiert die Erfahrung von Außenseitertum und sexueller Ambivalenz, die für LGBT-Leser eine subtile Resonanz bietet.