William Beckford, ein homosexueller Autor, webt in 'Vathek' homoerotische Untertöne durch sinnliche Beschreibungen und die Knabenverkleidung der Prinzessin Nuronihar. Das Werk spiegelt seine eigene queere Identität und exzentrische Lebensweise wider.
Vathek ist ein klassischer Schauerroman von William Beckford aus dem Jahr 1786, der den Kalifen Vathek in eine exotische, orientalische Welt entführt. Der ehrgeizige Herrscher von Samarah, umgeben von prunkvollen Palästen, begegnet einem mysteriösen Fremden, der ihm unermessliche Schätze und Macht im unterirdischen Palast des Eblis verspricht. Vathek opfert 50 Kinder, wendet sich vom Islam ab und unternimmt mit der als Knabe verkleideten Prinzessin Nuronihar eine gefährliche Reise nach Istachr. Dort erwartet ihn nicht Reichtum, sondern ewige Qualen im Höllenfeuer.
Der Roman fasziniert durch üppige, grausame und sinnliche Beschreibungen von Ausschweifungen, die Beckfords eigene exzentrische Lebensweise widerspiegeln. Besonders relevant für die LGBT-Gemeinschaft ist Beckfords Biografie als homosexueller Autor, dessen homoerotische Untertöne in den opulenten Szenen und der engen Beziehung zwischen Vathek und Nuronihar (in Knabenverkleidung) durchscheinen. Vathek gilt als Pionierwerk der gothic fantasy mit faustischen Motiven und beeinflusste die Romantik nachhaltig.
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