- Nationalität
- Schwedisch
- Geboren
- 27.01.1926
Ingrid Thulin, eine der bedeutendsten schwedischen Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts, wurde am 27. Januar 1926 in Sollefteå geboren. Mit 17 Jahren zog sie nach Stockholm, arbeitete als Büroangestellte und absolvierte 1950 die Schauspielschule des Königlichen Dramatischen Theaters, wo sie engagiert wurde.
Ihre internationale Karriere begann durch die Zusammenarbeit mit Ingmar Bergman. In Filmen wie Wilde Erdbeeren (1957) als Marianne Borg, Das Schweigen (1963) als Ester – für die sie den Guldbagge als beste Hauptdarstellerin erhielt – und Schreie und Flüstern (1972) verkörperte sie komplexe, oft neurotische Frauenfiguren, geprägt von Einsamkeit, Sexualität und existentieller Verzweiflung. Insgesamt drehte sie neun Filme mit Bergman, darunter Licht im Winter und Die Stunde des Wolfs. Weitere Rollen folgten bei Alain Resnais und Luchino Visconti, etwa in Die Verdammten (1969).
1970 zog Thulin nach Italien, führte bei Eins und Eins (1977) und Brusten himmel (1982) Regie und spielte bis 1992, u. a. in Marco Ferreris Haus der Freuden. Ein expliziter LGBT-Bezug ist in ihrem Œuvre nicht prominent, doch ihre intensiven Darstellungen von Weiblichkeit, Begierde und Tabubruch, wie in Bergmans Werken, resonieren mit queeren Themen. Sie starb 2004 in Stockholm.