Die Verdammten

Typ
Film
Genre
Drama, Historienfilm
Jahr
1969
Laufzeit
156 Minuten
Die Verdammten

Die Verdammten (La caduta degli dei), gedreht 1969 von Luchino Visconti, ist ein episches Drama über den Niedergang der fiktiven Industriellenfamilie Essenbeck in den Anfangsjahren des Nationalsozialismus. Die Handlung dreht sich um Machtkämpfe, Intrigen und moralischen Verfall innerhalb der Familie, die eng mit dem Aufstieg der Nazis verknüpft ist. Zentrale Figur ist Martin von Essenbeck (Helmut Berger), dessen fragile Psyche und inzestuöse Beziehung zu seiner Mutter Sophie (Ingrid Thulin) die Familie in den Abgrund reißt. Friedrich Bruckmann (Dirk Bogarde) versucht zunächst, sich in die Familie einzuschleichen, wird jedoch von Korruption und Fanatismus verschlungen.

Der Film thematisiert den Zusammenhang zwischen Kapitalismus, Faschismus und dekadentem Verfall. Besonders relevant für die LGBT-Gemeinschaft ist die explizite Darstellung von Homosexualität: Helmut Griers Figur des homosexuellen SS-Offiziers Konstantin Röder verkörpert die Perversion des NS-Regimes, während eine berüchtigte Transvestitenszene mit Helmut Berger als Dietrich-Imitator die queere Dekadenz der Epoche symbolisiert. Viscontis Werk gilt als Meilenstein des queeren Kinos und kritisiert die Instrumentalisierung von Sexualität unter den Nazis.

Queerer Bezug: Der Film zeigt explizit Homosexualität und Transvestitismus als Symbole für den moralischen Verfall im NS-Milieu, insbesondere durch die Figuren von Helmut Griem und Helmut Berger. Er gilt als wegweisend für die queere Darstellung in der Filmgeschichte.

Besetzung