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Von Brokeback Mountain bis Call Me by Your Name: die schönsten schwulen Liebesfilme und was Romantik zwischen zwei Männern auf der Leinwand so besonders macht.
Zwei Männer, die sich näherkommen, obwohl alles dagegen spricht: Daraus hat das Kino einige seiner ergreifendsten Liebesgeschichten gemacht. Schwule Liebesfilme erzählen vom ersten Blick, vom Zögern, von Sehnsucht und manchmal vom Verlust. Wer einen Einstieg sucht, findet hier die Titel, die das Genre geprägt haben, und eine Orientierung, was diese Filme so besonders macht.
Was schwule Liebesfilme auszeichnet
Anders als im klassischen Hollywood-Romantikfilm steht hier oft nicht nur die Frage im Raum, ob sich zwei Menschen kriegen. Mitschwingt fast immer ein Umfeld, das die Liebe erschwert: Familie, Dorf, Zeitgeist, die eigene Angst. Genau diese zusätzliche Reibung gibt vielen schwulen Liebesfilmen ihre Wucht.
Spannend ist, wie unterschiedlich die Tonlagen ausfallen. Manche Filme setzen auf große Tragik, andere auf leise Alltäglichkeit. God's Own Country (2017) von Francis Lee etwa erzählt seine Geschichte zwischen Schlamm und Schafzucht in den Yorkshire-Mooren, ganz ohne Pathos. Bei Weekend von Andrew Haigh wiederum entfaltet sich die ganze Romanze in nur 48 Stunden zwischen zwei Fremden. Diese Bandbreite macht das Genre so reich.
Die großen Klassiker
Einige Titel kommen in fast jeder Empfehlungsliste vor, und das aus gutem Grund.
- Brokeback Mountain (2005): Ang Lees Western-Drama über zwei Cowboys, die ihre Liebe über zwei Jahrzehnte hinweg verstecken, gilt vielen als der Film, der schwule Romanzen ins Mainstream-Kino brachte. Lee gewann dafür den Oscar als bester Regisseur.
- Call Me by Your Name (2017): Luca Guadagninos Sommerfilm mit Timothée Chalamet und Armie Hammer, angesiedelt in Norditalien. Was ihn besonders macht: Nicht gesellschaftliche Ablehnung ist hier der Gegner, sondern die begrenzte Zeit eines einzigen Sommers.
- Maurice (1987): James Ivorys Verfilmung des E.-M.-Forster-Romans erzählt von verbotener Liebe im England der Edwardianischen Zeit und gehört zu den frühen Studio-Filmen mit einem hoffnungsvollen Ende.
Wer tiefer in die Filmhistorie einsteigen will, findet bei den queeren Filmklassikern weitere Titel, die man kennen sollte.
Wie das Genre erwachsen wurde
Lange durften schwule Figuren auf der Leinwand kaum vorkommen, geschweige denn lieben. Der amerikanische Produktionscode der 1930er- bis 1960er-Jahre verbot jede offene Darstellung. Wie Hollywood Queerness damals verschlüsselte oder ganz strich, beleuchtet der Beitrag zum Hays Code und der Zensur.
Den eigentlichen Bruch brachten die frühen 1990er. Eine Welle unabhängiger Filme stellte queeres Leben kantig, politisch und ohne Beschönigung dar. Diese Bewegung, das New Queer Cinema, ebnete den Weg für die emotionalen, breit gefeierten Liebesgeschichten von heute. Ohne sie wäre ein Mainstream-Erfolg wie Brokeback Mountain kaum denkbar gewesen.
Liebe, Coming-out und erste Male
Viele schwule Liebesfilme erzählen zugleich eine Geschichte des Erwachsenwerdens. Die erste Verliebtheit fällt mit dem Moment zusammen, in dem eine Figur zu sich selbst findet. Wo Romanze und Selbstfindung verschmelzen, lohnt der Blick auf das queere Coming-of-Age-Kino, das genau diesen Übergang ins Zentrum rückt.
Nicht jede dieser Geschichten endet glücklich. Über Jahrzehnte starben queere Figuren im Kino auffällig oft, ein Muster, das eigene Spuren hinterlassen hat. Filme mit einem versöhnlichen Schluss waren lange die Ausnahme, weshalb Werke wie Maurice oder God's Own Country damals besonders auffielen.
Wo du schwule Liebesfilme findest
Die gute Nachricht: Viele dieser Titel laufen heute auf gängigen Streaming-Plattformen, manche auch kostenlos in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken. Welche Anbieter sich für queeres Kino lohnen, zeigt der Plattform-Guide zum Streamen. Ein guter Liebesfilm braucht keinen besonderen Anlass. Ein ruhiger Abend genügt.