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Stonewall im Film: Dokumentation und Spielfilm im Vergleich

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Der Stonewall-Aufstand vom Juni 1969 in New York gilt als Wendepunkt der queeren Bürgerrechtsbewegung. Drei Filme haben sich dem Ereignis auf sehr unterschiedliche Weise genähert: zwei Dokumentationen und ein Spielfilm, mit sehr unterschiedlichem Ergebnis.

„Before Stonewall“ aus dem Jahr 1984 blickt zurück, nicht auf den Aufstand selbst, sondern auf das schwul-lesbische Leben davor. Regie führten Greta Schiller und Robert Rosenberg, erzählt wird von der Autorin Rita Mae Brown. Der Film gewann zwei Emmys, einen für das beste historisch-kulturelle Programm, einen für die beste Recherche. Anlässlich eines runden Jahrestags des Aufstands wurde er restauriert, neu veröffentlicht und in die National Film Registry aufgenommen – eine Auszeichnung der Library of Congress für Filme von besonderer kultureller oder historischer Bedeutung.

„Stonewall Uprising“ nimmt sich das Ereignis selbst vor. Kate Davis und David Heilbroner nutzen Archivmaterial, nachgestellte Szenen und Interviews mit Zeitzeugen, darunter Seymour Pine, der als Polizeibeamter die Razzia damals leitete. Grundlage ist das Sachbuch „Stonewall: The Riots That Sparked the Gay Revolution“ des Historikers David Carter. Ausgestrahlt wurde der Film in der PBS-Reihe American Experience, später erhielt er einen Peabody Award, eine der ältesten Auszeichnungen für herausragende Rundfunk- und Fernsehproduktionen in den USA.

Der Spielfilm „Stonewall“ von Roland Emmerich erzählt dieselbe Geschichte fiktionalisiert – über den erfundenen Danny Winters, einen weißen Jugendlichen aus Indiana, der nach New York flieht und in den Aufstand hineingerät. Genau das brachte dem Film heftige Kritik ein: Danny wirft im Film den ersten Stein, während real Beteiligte wie Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera – beide nicht weiß, beide zentrale Figuren des echten Aufstands – im Film zu Nebenfiguren werden. Emmerich verteidigte die Entscheidung mit dem Satz, Stonewall sei „ein weißes Ereignis“ gewesen, was der historischen Forschung widerspricht. Der Zeitzeuge Mark Segal bemängelte zusätzlich, der Film lasse die Frauen und einen Großteil der beteiligten Community fast komplett weg.

Wer sich für die Geschichte von Stonewall interessiert, findet die verlässlicheren Fakten in den beiden Dokumentationen. Der Spielfilm zeigt vor allem, wie leicht sich Geschichte verzerren lässt, wenn man sie in eine bequeme, weiße Heldenfigur presst.

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