Dokumentarisch-essayistischer Film über queere und intergeschlechtliche Athlet:innen, der die starre Geschlechterordnung im Leistungssport anhand realer Diskriminierungsfälle sichtbar macht.
- Jahr
- 2023
- Laufzeit
- 79 Minuten
Kaum ein gesellschaftlicher Bereich hält an der strikten Zweiteilung der Geschlechter so unerbittlich fest wie der Wettkampfsport. Der deutsche Dokumentarfilm nähert sich diesem Befund über die Geschichten zweier Athletinnen: eine trans Marathonläuferin aus Bayern, die sich gegen die Vorurteile von Sportverbänden behaupten muss, und eine 800-Meter-Läuferin aus Uganda, die von internationalen Sportfunktionären zu einem hormonverändernden Eingriff gedrängt wurde. Beide treffen sich im Olympiastadion von Athen, wo ein Kollektiv queerer Sportlerinnen und Sportler jenen Menschen eine Bühne gibt, die vom Siegerpodest ausgeschlossen wurden.
Regisseurin Julia Fuhr Mann verzichtet dabei bewusst auf eine reine Opfererzählung. Stattdessen verschränkt sie dokumentarische Interviews mit inszenierten, fast choreografierten Sequenzen zu einer utopischen Gegenerzählung, die zeigt, wie ein Sport jenseits binärer Regeln aussehen könnte. Der Film feierte in der Kritikerwoche der Filmfestspiele von Venedig Premiere und wurde seither auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt und ausgezeichnet.