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Der Teddy Award: Der queere Filmpreis der Berlinale

Der Teddy Award: Der queere Filmpreis der Berlinale
24.06.2026 · 4 Min Lesezeit

Seit 1987 zeichnet der Teddy Award queeres Kino auf der Berlinale aus, vergeben von einer unabhängigen Jury. Geschichte, Kategorien und Bedeutung des Preises im Überblick.

Während die großen Bären der Berlinale jedes Jahr im Wettbewerb vergeben werden, hat das Festival seit 1987 noch ein kleineres, sehr eigenes Tier im Programm: den Teddy. Er ist der weltweit erste Filmpreis, der queeres Kino auf einem A-Festival ausdrücklich auszeichnet, und gilt heute als wichtigster internationaler Preis seiner Art. Vergeben wird er nicht von der Festivalleitung selbst, sondern von einer unabhängigen Jury aus Kuratorinnen und Kuratoren queerer Filmfestivals.

Wie der Teddy entstand

Den Anstoß gaben 1987 Wieland Speck und Manfred Salzgeber, beide eng mit der Berlinale-Sektion Panorama verbunden. Sie wollten Filmen mit lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans Themen eine sichtbare Bühne geben, zu einer Zeit, als solche Stoffe auf den großen Festivals kaum offizielle Anerkennung fanden. Aus einer Initiative am Rand des Programms wurde so ein eigener Preis.

Den ersten Teddy für den besten Spielfilm bekam Pedro Almodóvar für Das Gesetz der Begierde (La ley del deseo). Der Film lief im Panorama und machte den spanischen Regisseur international bekannt. Lange war der Teddy ein inoffizieller Preis aus der Szene heraus; seit 1992 ist er offiziell als unabhängiger Preis der Berlinale anerkannt.

Woher der Name kommt

Der Bär ist kein Zufall. Berlins Wappentier ist der Bär, und der Hauptpreis der Berlinale heißt Goldener Bär. Der Teddy versteht sich augenzwinkernd als dessen kleiner Verwandter. Wieland Speck hat in Interviews zudem auf die schwule Subkultur der späten 1970er Jahre verwiesen: Der Plüschbär am Rucksack war damals in Vierteln wie dem Castro in San Francisco ein vertrautes Bild. Ein Name mit doppeltem Boden, der Lokalkolorit und Community-Geschichte verbindet.

Welche Preise vergeben werden

Der Teddy ist kein einzelner Preis, sondern eine kleine Familie. Die Jury prämiert in den Hauptkategorien:

  • Bester Spielfilm
  • Bester Dokumentar- oder Essayfilm
  • Bester Kurzfilm

Hinzu kommen ein Jury Award und der Special Teddy, mit dem herausragende Persönlichkeiten für ihr Lebenswerk oder ihr Engagement geehrt werden. Die drei Hauptpreise sind jeweils mit 3.000 Euro dotiert. Das Geld ist überschaubar, das Renommee nicht: Ein Teddy öffnet kleineren Produktionen oft erst die Türen zum internationalen Festivalkreislauf.

Wer entscheidet, und welche Filme zählen

Die Jury setzt sich überwiegend aus Programmverantwortlichen queerer Filmfestivals zusammen. Sie sichten nicht nur die Beiträge einer einzelnen Reihe, sondern Filme aus allen Sektionen der Berlinale. Ein Film muss also nicht im offiziellen Wettbewerb laufen, um teddy-berechtigt zu sein; er kann ebenso aus Panorama, Forum oder Generation stammen. Diese sektionsübergreifende Sicht ist eine Besonderheit und sorgt dafür, dass auch Arbeiten abseits des roten Teppichs in den Blick geraten.

Die Vergabe findet traditionell bei einer eigenen Gala statt, die Preisverleihung und Party zugleich ist. Sie gehört für viele zum festen Bestandteil der Berlinale-Woche.

Warum der Preis bis heute zählt

Vier Jahrzehnte nach der ersten Verleihung hat sich vieles verändert: Queere Stoffe laufen längst im Hauptwettbewerb und gewinnen Goldene Bären. Genau deshalb betont das Teddy-Team, dass der Preis weiter gebraucht wird, eben weil queeres Kino inzwischen selbstverständlich zum Festival gehört und diese Sichtbarkeit gepflegt werden will. Der Teddy markiert dabei einen Bezugspunkt in einer Szene, die sich über zahlreiche queere Filmfestivals weltweit verteilt.

Sein Einfluss reicht über Berlin hinaus. Manche Filme, die in Panorama liefen und einen Teddy gewannen, fanden später ihren Weg zu anderen großen Auszeichnungen, von denen einige bis zu den LGBTQ+ Filmen bei den Oscars reichen. Der Preis steht damit in einer Linie mit den Meilensteinen des schwulen Kinos und der Bewegung des New Queer Cinema, das die queere Filmlandschaft der 1990er Jahre prägte. Wer die ganze Breite des Genres entdecken will, findet bei uns einen Überblick über queere Filme aller Art.

Häufige Fragen

Wann wurde der Teddy Award gegründet?

Der Teddy Award wurde 1987 von Wieland Speck und Manfred Salzgeber aus der Berlinale-Sektion Panorama heraus ins Leben gerufen. Er war der erste Filmpreis weltweit, der queeres Kino auf einem großen A-Festival auszeichnete. Seit 1992 ist er offiziell als unabhängiger Preis der Berlinale anerkannt.

Welche Kategorien gibt es beim Teddy Award?

Vergeben werden Preise für den besten Spielfilm, den besten Dokumentar- oder Essayfilm und den besten Kurzfilm. Dazu kommen ein Jury Award und der Special Teddy für herausragende Persönlichkeiten. Die drei Hauptpreise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

Wer entscheidet über die Teddy Awards?

Über die Preise entscheidet eine unabhängige Jury, die überwiegend aus Programmverantwortlichen queerer Filmfestivals besteht. Sie sichtet Filme aus allen Sektionen der Berlinale. Ein Beitrag muss also nicht im offiziellen Wettbewerb laufen, um ausgezeichnet werden zu können.

Welcher Film gewann den ersten Teddy Award?

Den ersten Teddy für den besten Spielfilm erhielt 1987 Pedro Almodóvar für 'Das Gesetz der Begierde' (La ley del deseo). Der Film lief im Panorama der Berlinale. Die Auszeichnung trug dazu bei, Almodóvar international bekannt zu machen.

Warum heißt der Preis Teddy Award?

Der Name spielt auf das Berliner Wappentier an: Der Hauptpreis der Berlinale ist der Goldene Bär, und der Teddy versteht sich als dessen kleiner Verwandter. Zugleich verweist der Plüschbär auf die schwule Subkultur der späten 1970er Jahre, in der er als Accessoire am Rucksack verbreitet war.

Ist der Teddy Award ein offizieller Berlinale-Preis?

Ja, seit 1992 ist der Teddy ein offiziell anerkannter, aber unabhängiger Preis der Berlinale. Das bedeutet, dass er zum Festival gehört, jedoch von einer eigenständigen Jury außerhalb der Festivalleitung vergeben wird. Die Verleihung findet bei einer eigenen Gala während der Berlinale statt.

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