Stop-Motion-Kurzfilm über die trans Figur Kabuki, die einen männlich gelesenen Körper bewohnt, den sie nicht als den ihren erkennt, und sich auf eine Reise der Selbstfindung begibt.
- Jahr
- 2024
- Laufzeit
- 14 Minuten
In einem Körper, der sich falsch anfühlt, beginnt für Kabuki die Suche nach einer eigenen Identität. Der brasilianisch-französische Animationsfilm erzählt in Stop-Motion-Technik von einer trans Figur, die sich aus den Erwartungen ihrer Umgebung löst und behutsam eine Seite ihrer selbst freilegt, die bislang unterdrückt wurde. Regisseur Tiago Minamisawa verwebt dafür die Bildsprache des japanischen Kabuki-Theaters, in dem traditionell Masken, aufwendige Kostüme und von Männern verkörperte Frauenrollen die Bühne prägen, mit einer persönlichen Erzählung über Verwandlung und Selbstbehauptung.
Der Kurzfilm versteht sich als poetische Antwort auf die vielen realen Geschichten trans Personen, die weltweit Opfer von Gewalt und Intoleranz werden. Statt Leid auszustellen, setzt der Film auf eine zarte, fast tänzerische Bildsprache, die Verletzlichkeit und Widerstandskraft gleichermaßen zeigt. International wurde die Arbeit auf mehr als siebzig Festivals gezeigt, darunter das renommierte Animationsfestival von Annecy, und gilt als eindringliches Beispiel dafür, wie Animation trans Erfahrungen sichtbar machen kann, ohne sie zu erklären.