Frühes Werk des französischen Queer-Kinos über eine homosexuelle Beziehung zwischen einem französischen Bauern und einem deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg
- Jahr
- 1979
- Laufzeit
- 92 Minuten
Im besetzten Frankreich des Jahres 1943 pflegt ein zurückgezogen lebender Bauer in seiner Waldhütte einen verwundeten deutschen Soldaten gesund. Aus der anfänglichen Fürsorge zwischen den einstigen Feinden entwickelt sich eine körperliche und emotionale Nähe, die von spielerischer Zuneigung bis zu leidenschaftlicher Verbundenheit reicht – bis der Krieg ihre isolierte Existenz einholt. Regie führte der offen schwule Filmemacher Philippe Vallois, eine Schlüsselfigur des unabhängigen französischen Queer-Kinos der 1970er-Jahre. „Nous étions un seul homme" gilt als früher, unsentimentaler Blick auf männliche Intimität unter den Extrembedingungen des Krieges und wird in Retrospektiven zum queeren französischen Kino bis heute gezeigt. Vallois drehte den Film weitgehend unabhängig von der etablierten Filmindustrie und griff damit einem offeneren Umgang mit männlicher Homosexualität im französischen Kino um Jahre voraus.