Ausreißer – Murer

Typ
Film
Genre
Drama, Historienfilm, Gerichtsdrama
Jahr
1996
Laufzeit
90 Minuten

„Ausreißer – Murer“ ist ein österreichischer Fernsehfilm aus dem Jahr 1996, der das Leben des steirischen Politikers und NS-Verbrechers Franz Murer beleuchtet. Der Film rekonstruiert Murers Rolle als „Schlächter von Vilnius“, wo er als SS-Offizier von 1941 bis 1943 für die Deportation und Ermordung Tausender Juden im Ghetto verantwortlich war. Nach dem Krieg lebt er unbehelligt als angesehener Großbauer und ÖVP-Politiker, bis der Nazi-Jäger Simon Wiesenthal 1962 seinen Prozess in Graz erzwingt.

Überlebende des Holocaust reisen an, um erschütternde Zeugenaussagen abzulegen, doch trotz erdrückender Beweise wird Murer 1963 freigesprochen – ein Justizskandal, der die Nachkriegsjustiz Österreichs entlarvt. Der Film seziert die politischen Manöver, mit denen Täter zu Opfern stilisiert werden. Obwohl kein expliziter LGBT-Bezug vorliegt, thematisiert er queere Perspektiven indirekt durch die Auseinandersetzung mit verdrängter NS-Geschichte und gesellschaftlicher Verleugnung, was in der LGBT-Community Resonanz findet, da ähnliche Mechanismen bei Diskriminierung von Minderheiten wirken. „Ausreißer – Murer“ bleibt ein wichtiges Dokument über Verantwortung und Vergangenheitsbewältigung.

Queerer Bezug: Der Film hat keinen direkten LGBT-Bezug, thematisiert jedoch Verdrängung und gesellschaftliche Lügen in der NS-Aufarbeitung, was Parallelen zu queeren Erfahrungen mit Diskriminierung und Verleugnung aufweist.

Besetzung