Der bleierne Zeit

Typ
Film
Genre
Drama
Jahr
1981
Laufzeit
144 Minuten

„Die bleierne Zeit“ (1981) von Margarethe von Trotta ist ein intensives Drama über die Schwestern Juliane und Marianne, inspiriert von den realen Lebenswegen von Christiane und Gudrun Ensslin. Aufgewachsen in der tristen Nachkriegszeit der 1950er Jahre in einem kalten Pfarrhaus, entwickeln sich ihre Wege in den 1960er Jahren dramatisch auseinander: Juliane wird zu einer engagierten Journalistin, die für Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Wandel kämpft, während Marianne in den Untergrund der RAF abrutscht und zur Terroristin wird. Die Schwestern begegnen sich mehrmals, bis Mariannes Tod im Stammheimer Gefängnis Julianes Welt erschüttert – sie zweifelt an der offiziellen Suizid-Version und sucht nach Wahrheit.

Der Film beleuchtet die bleierne Atmosphäre der Adenauer-Ära, familiäre Konflikte und die Radikalisierung der 68er-Generation. Als Kammerspiel getragen von Jutta Lampe und Barbara Sukowa, gewann er den Goldenen Löwen in Venedig. Obwohl kein expliziter LGBT-Bezug vorhanden ist, thematisiert er weibliche Emanzipation, enge Schwesternliebe und gesellschaftliche Tabus, was queere Perspektiven auf weibliche Beziehungen und Rebellion anspricht. Ein Meilenstein des Autorenfilms.

Queerer Bezug: Der Film hat keinen direkten LGBT-Bezug, thematisiert jedoch intensive weibliche Beziehungen, Emanzipation und gesellschaftliche Normen, was queere Lesarten der Schwesternliebe und Rebellion ermöglicht.

Besetzung