- Typ
- Film
- Genre
- Drama, Historienfilm
- Jahr
- 1991
- Laufzeit
- 90 Minuten
Der Film 'Edward II.' (1991) von Derek Jarman ist eine provokative Adaption des gleichnamigen Theaterstücks von Christopher Marlowe. Er erzählt die Geschichte des englischen Königs Edward II. (Steven Waddington), der nach dem Tod seines Vaters seinen verbannten Liebhaber Piers Gaveston (Andrew Tiernan) zurückholt, um mit ihm Bett und Thron zu teilen. Ihre obsessive, homoerotische Beziehung löst Empörung unter den Adligen, der Kirche und der Königin Isabella (Tilda Swinton) aus, die sich mit dem machthungrigen Lord Mortimer verbündet. Gaveston wird mit Titeln überhäuft, was zu Intrigen, Verbannung und brutalem Mord führt. Edward selbst endet entmachtet und ermordet im Verlies.
Jarman inszeniert die Handlung postmodern mit Anachronismen wie Walkmans und modernen Protesten, um die schwule Liebe als zeitlose Rebellion gegen homophobe Machtstrukturen zu zeigen. Als wütende Reaktion auf den Thatcherismus und die Einschränkung von LGBT-Rechten betont der Film Edwards Homosexualität als Grund für seinen Untergang. Mit elektrisierender Ästhetik und leidenschaftlicher Intensität wird 'Edward II.' zu einem Plädoyer für uneingeschränkte Leidenschaft jenseits gesellschaftlicher Normen.
Queerer Bezug: Der Film stellt die homoerotische Beziehung zwischen König Edward II. und Gaveston ins Zentrum und zeigt sie als Auslöser für gesellschaftliche und politische Konflikte. Jarman nutzt die Geschichte als Metapher für die Diskriminierung von Homosexualität und als Protest gegen die LGBT-feindliche Politik seiner Zeit.