Nicht der Homosexuelle ist pervers

Typ
Film
Genre
Drama, Dokumentarfilm
Jahr
1971
Laufzeit
67 Minuten
Nicht der Homosexuelle ist pervers

Der Film 'Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt' von Rosa von Praunheim aus dem Jahr 1971 ist ein provokantes Dokumentar-Drama, das das Leben junger Homosexueller in der Berliner Schwulenszene beleuchtet. Der Protagonist Daniel, ein junger Mann aus der Provinz, zieht nach Berlin, verliebt sich in Clemens und versucht, ein bürgerliches Leben nachzuahmen. Doch die Beziehung scheitert, und Daniel taucht in die pulsierende Subkultur ein: von flüchtigen Abenteuern in Etablissements bis hin zu Gewalt durch Homophobe und der Aufnahme in eine schwule Wohngemeinschaft.

Mit beißendem Kommentar und agitatorischen Aufrufen wie 'Raus aus den Toiletten, rein in die Straßen!' kritisiert Praunheim die gesellschaftlichen Zwänge und das bürgerliche Streben vieler Schwuler. Kurz nach der Reform des Paragraphen 175 entstanden, wurde der Film zum Wegbereiter der Schwulenbewegung in Deutschland, löste Kontroversen aus und forderte Homosexuelle auf, stolz für ihre Rechte zu kämpfen. Als fiktionalisierter Essay bleibt er ein Meilenstein queerer Filmgeschichte.

Queerer Bezug: Der Film gilt als Auftaktakt der Schwulenbewegung in Deutschland und kritisiert gesellschaftliche Repressionen gegen Homosexuelle. Mit seinem Aufruf zur politischen Aktivität wurde er zu einem Manifest für queere Emanzipation.

Besetzung