Prinz in Hölleland

Typ
Film
Genre
Drama, Queer-Kino
Jahr
1993
Laufzeit
90 Minuten
Prinz in Hölleland

„Prinz in Hölleland“ ist ein raues Porträt der alternativen Subkultur in Berlin-Kreuzberg Anfang der 1990er Jahre, kurz nach dem Mauerfall. Der Debütfilm von Michael Stock entstand als Improvisationsprojekt mit Bewohnern der Wagenburg Adalbertstraße, die auch als Darsteller agieren. Die Handlung verwebt die Erlebnisse des schwulen Paares Jockel und Stefan mit dem Märchen eines Straßennarren namens Firlefanz über einen Prinzen in Hölleland, der vom bösen Zauberpulver (Heroin) verführt wird.

Jockel und Stefan, aus der Provinz nach West-Berlin gekommen, leben auf einem Bauwagenplatz inmitten von Punks, Junkies und schwuler Kneipenkultur wie dem „Café Anal“. Ihre Beziehung gerät durch Jockels Heroinsucht, anonymen Sex und eine Dreiecksbeziehung mit dem Schweizer Micha aus den Fugen. Der Film thematisiert brutal ehrlich Drogenzerstörung, offene Sexualität, Homophobie aus dem Osten und den Niedergang der linksautonomen Szene. Als queeres Gegenkultur-Dokument ohne Happy End zeichnet er eine unwiederbringliche anarchistische schwule Welt nach, untermalt von Alexander Hacke von Einstürzenden Neubauten.

Queerer Bezug: Der Film zeigt authentisch das Leben eines schwulen Paares in der queeren Punk- und Subkultur West-Berlins mit offener Sexualität, anonymem Sex und Kneipenkultur. Er thematisiert Beziehungsprobleme, Drogen und Homophobie in der Wendezeit.

Besetzung