Satansbraten

Typ
Film
Genre
Komödie, Drama, Satire
Jahr
1976
Laufzeit
112 Minuten
Satansbraten

Satansbraten ist eine provokante Filmgroteske von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1976, die den Niedergang eines gescheiterten Poeten karikiert. Walter Kranz, einst als 'Dichter der Revolution' gefeiert, steckt in einer tiefen Schaffenskrise, geplagt von Geldsorgen, einer nörgelnden Ehefrau Luise und dem geistig behinderten Bruder Ernst. Um seine Blockade zu durchbrechen, bringt er seine devote Geliebte Irmgard während eines sadomasochistischen Spiels um. Anschließend plündert er die Ersparnisse seiner masochistischen Verehrerin Andrée und täuscht sich selbst als Stefan George, umgeben von bezahlten 'Jüngern'.

Der Film thematisiert satirisch den Kulturbetrieb, Egoismus und Machtmissbrauch in Beziehungen. Der LGBT-Bezug ergibt sich aus Fassbinders queerer Perspektive, der expliziten Darstellung sadomasochistischer Dynamiken, Homosexualität – Walter praktiziert sie im Wahn als Stefan George – sowie queeren Elementen im Ensemble. Als kontroverse Abrechnung mit der Linken-Szene löste er bei der Uraufführung Tumulte aus und bleibt ein Meilenstein des New German Cinema für seine grellen Excesses und radikale Selbstkritik.

Queerer Bezug: Der Film zeigt explizit sadomasochistische und homosexuelle Elemente, wie Walters Identifikation mit dem schwulen Dichter Stefan George und praktizierte Homosexualität mit bezahlten Jüngern. Fassbinders queerer Blick prägt die Darstellung toxischer, machtgeprägter Beziehungen.

Besetzung