- Typ
- Film
- Genre
- Komödie, Kriegsfilm, Satire
- Jahr
- 1942
- Laufzeit
- 99 Minuten
„Sein oder Nichtsein“ ist eine brillante Komödie von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1942, die kurz vor dem US-Eintritt in den Zweiten Weltkrieg entstand. Die Handlung spielt in Warschau 1939: Eine Theatertruppe um den eitlen Star Joseph Tura (Jack Benny) und seine Frau Maria (Carole Lombard) plant ein satirisches Stück über die Gestapo, das jedoch verboten wird. Stattdessen führen sie Shakespeares „Hamlet“ auf. Als die Nazis einmarschieren, nutzen die Schauspieler ihre Bühnenuniformen und Verkleidungskünste, um Spione wie Professor Siletsky auszuschalten und eine gefährliche Liste polnischer Widerstandskämpfer zu sichern. Mit schwarzem Humor und Lubitschs berühmtem „Touch“ balanciert der Film meisterhaft zwischen Satire auf das NS-Regime und nervenzerreißender Spannung.
Der Film hat keinen direkten LGBT-Bezug, doch Regisseur Ernst Lubitsch, ein emigrierter Jude aus Berlin, bringt durch seine queere Sensibilität subtile Nuancen in die Darstellung von Eifersucht, Verkleidung und Geschlechterrollen ein – etwa in Turas komödiantischer Paranoia gegenüber einem Verehrer seiner Frau. Als kontroverse Antinazi-Satire bei der Uraufführung gefeiert und kritisiert, gilt „Sein oder Nichtsein“ heute als Klassiker, der Kunst als Waffe gegen Tyrannei zelebriert. Carole Lombards letzter Film vor ihrem tragischen Tod verstärkt seinen Kultstatus.
Queerer Bezug: Der Film weist keinen expliziten LGBT-Bezug auf, doch Lubitschs queere Ästhetik und Sensibilität als emigrierter Regisseur prägen die spielerische Inszenierung von Identität, Verkleidung und Eifersucht.