„Silent Voices“ ist der Abschlussfilm der Regisseurin Nadine Misong Jin aus ihrem Studium an der Columbia University und erzählt von einer koreanischen Einwandererfamilie in New York, deren Mitglieder sich gegenseitig vor dem eigenen Schmerz abzuschirmen versuchen, statt ihn zu teilen. Aus über 2.750 Einreichungen von Filmhochschulen weltweit wählte die Cinéfondation der Filmfestspiele von Cannes den 17-minütigen Film unter die 14 Spielfilm-Kurzfilme des Wettbewerbs. Bei der Premiere am 19. Mai 2026 gewann er dort den zweiten Preis sowie die Queer Palm für den besten Kurzfilm. Die Jury lobte einen zurückhaltenden, auf Empfindungen statt auf Worte setzenden Stil, der Spannung und Zärtlichkeit zugleich vermittle, und wertete den Film als Beispiel dafür, dass queere Kultur in einer von Gewalt geprägten Zeit auch als Hoffnungsschimmer erzählt werden kann, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Es spielen Sook Hyung Yang, Jongman Kim, Amy Yeh und Chloe Chan, die Kamera führte Zhejian Michael Cong.