- Typ
- Film
- Genre
- Drama
- Jahr
- 1931
- Laufzeit
- 96 Minuten
„Mädchen in Uniform“ aus dem Jahr 1931 ist ein Meilenstein des deutschen Kinos, der die Geschichte einer sensiblen Waise namens Manuela von Meinhardis erzählt. Nach dem Tod ihrer Mutter wird das 14-jährige Mädchen von ihrer Tante in ein strenges Internat für Offizierstöchter in Potsdam geschickt. Dort herrscht preußischer Drill und eiserne Disziplin unter der autoritären Schulleiterin, die Gehorsam über alles stellt. Manuela fühlt sich einsam und fehl am Platz, bis sie die einfühlsame Lehrerin Fräulein von Bernburg kennenlernt, die mit Wärme und Verständnis auftritt.
Die zarte Zuneigung Manuelas zur Lehrerin entwickelt sich zu einer leidenschaftlichen, lesbischen Liebe. Nach einer Theateraufführung, bei der Manuela angetrunken ist, gesteht sie ihre Gefühle öffentlich – mit dramatischen Folgen. Die Schulleitung verbietet jeden Kontakt, isoliert das Mädchen und entlässt schließlich die Lehrerin. Der Film kulminiert in Manuelas Suizidversuch und kritisiert scharf das repressive Erziehungssystem der Weimarer Republik. Als erster Tonfilm mit offen lesbischer Thematik, inszeniert von Regisseurin Leontine Sagan mit rein weiblicher Besetzung, wurde er ein internationaler Erfolg und Symbol für queere Sichtbarkeit vor dem Aufstieg des Nationalsozialismus.
Queerer Bezug: „Mädchen in Uniform“ gilt als erster Film der Filmgeschichte, der lesbische Liebe offen thematisiert, und zeigt die zerstörerischen Folgen von Repression auf queere Gefühle in einem autoritären Umfeld.