Persona

Typ
Film
Genre
Drama, Psychothriller
Jahr
1966
Laufzeit
84 Minuten
Persona

Ingmar Bergmans Persona (1966) ist ein bahnbrechendes schwedisches Psychodrama, das die Grenzen zwischen Realität und Illusion auslotet. Die gefeierte Schauspielerin Elisabet Vogler (Liv Ullmann) verstummt plötzlich während einer Aufführung von Elektra und zieht sich in vollständiges Schweigen zurück. Die junge Krankenschwester Alma (Bibi Andersson) übernimmt ihre Pflege und begleitet sie in ein abgelegenes Sommerhaus am Meer, um die Genesung zu fördern.

Dort entfaltet sich eine intensive, symbiotische Beziehung zwischen den Frauen, geprägt von Verlangen, Verführung, Verrat und Aggression. Alma öffnet sich in langen Monologen über ihre intimsten Geheimnisse, während Elisabet schweigend zuhört und Almas Identität allmählich zu übernehmen scheint. Die Identitäten verschmelzen, Spiegelungen und Montagen verstärken die psychologische Tiefe. Obwohl kein expliziter lesbischer Sex gezeigt wird, gilt Persona als Meilenstein des queeren Kinos: Die ungeheure emotionale Nähe und erotische Spannung zwischen den Protagonistinnen wurden als erste bedeutsame lesbische Bilder im Kino gefeiert, wie die Autorin Sarah Schulman betonte. Der Film thematisiert existenzielle Einsamkeit, die Abwesenheit Gottes und die Fragilität des Ichs.

Queerer Bezug: Persona gilt als Pionierwerk des queeren Kinos durch die intensive, erotisch aufgeladene Beziehung zwischen den Frauen, die als erste bedeutsame lesbische Bilder im Film geschaffen wurden. Die symbiotische Nähe von Elisabet und Alma evoziert Verlangen und Identitätsverschmelzung.

Besetzung