- Typ
- Film
- Genre
- Krimi, Drama, Thriller
- Jahr
- 1960
- Laufzeit
- 117 Minuten
Nur die Sonne war Zeuge (Original: Plein soleil) ist ein klassischer französisch-italienischer Kriminalfilm aus dem Jahr 1960 unter der Regie von René Clément. Basierend auf Patricia Highsmiths Roman Der talentierte Mr. Ripley erzählt der Film die Geschichte des jungen Amerikaners Tom Ripley (Alain Delon), der von einem Millionär beauftragt wird, dessen Sohn Philippe Greenleaf (Maurice Ronet) aus dem luxuriösen Leben in Italien zurück in die USA zu holen. Tom, fasziniert vom 'Dolce Vita' Philippes, seiner Jacht und seiner Freundin Marge (Marie Laforêt), plant stattdessen dessen Ermordung, um dessen Identität und Reichtum zu übernehmen.
Die atemberaubenden Mittelmeer-Kulissen, die präzise Inszenierung und die intensive Darstellung von Neid, Manipulation und moralischem Abstieg machen den Film zu einem Meilenstein des Thrillers. Besonders die ambivalente Beziehung zwischen Tom und Philippe wird mit subtiler Intensität gezeigt: Toms obsessiver Wunsch, Philippe zu sein, deutet auf unterdrückte homoerotische Spannungen hin, die in späteren Adaptionen expliziter wurden. Obwohl heterosexuelle Dreiecksbeziehungen dominieren, interpretieren Kritiker die filmische Ästhetik und Delons engelsgleiches Antlitz als queere Kodierung von Identitätsflüssigkeit und Begehren. Der Film beleuchtet gesellschaftliche Klassenkonflikte und die Zerbrechlichkeit bürgerlicher Fassaden, was ihn auch heute relevant macht.
Queerer Bezug: Der Film gewinnt durch die intensive, ambivalente Beziehung zwischen Tom Ripley und Philippe Greenleaf an LGBT-Relevanz; Toms obsessives Begehren und der Identitätswechsel werden oft als queere Untertöne interpretiert, die homoerotische Spannungen andeuten.