Querelle

Typ
Film
Genre
Drama, Krimi, Erotik
Jahr
1982
Laufzeit
107 Minuten
Querelle

Querelle ist der letzte Film des Regisseurs Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1982, eine freie Adaption des gleichnamigen Romans von Jean Genet. Die Handlung spielt im Hafen von Brest und dreht sich um den jungen Matrosen Georges Querelle (Brad Davis), der mit seinem Schiff anlegt. Querelle begeht früh einen Mord, was ihm paradoxerweise Macht und Anerkennung unter seinen Kameraden einbringt. Im Bordell Feria, geführt von der Bardame Lysiane (Jeanne Moreau), gerät er in ein Glücksspiel mit dem Besitzer Nono (Günther Kaufmann), das in einer homoerotischen Begegnung mündet. Querelle entdeckt Gefallen an passivem Sex, der seine Männlichkeit nicht mindert, sondern stärkt.

Der Film thematisiert intensiv schwules Begehren, Machtdynamiken und die Verflechtung von Liebe, Hass und Gewalt. Querelle pflegt Beziehungen zu mehreren Männern, darunter sein Bruder Robert, Gil und Leutnant Seblon, geprägt von Zärtlichkeit und Brutalität. Als Meilenstein des queeren Kinos gilt Querelle für seine explizite Darstellung homosexueller Leidenschaft und seine stilistische Opulenz, kurz vor Fassbinders Tod entstanden. Er fordert gesellschaftliche Normen heraus und feiert die Ambivalenz männlicher Erotik.

Queerer Bezug: Querelle ist ein zentrales Werk des schwulen Kinos, das homoerotische Beziehungen, Begehren und Machtspiele explizit und ästhetisiert darstellt. Als Fassbinders Vermächtnis vor seinem Tod markiert es die queere Kinogeschichte.

Besetzung