- Typ
- Film
- Genre
- Drama, Horror, Erotik
- Jahr
- 1975
- Laufzeit
- 117 Minuten
„Salò oder Die 120 Tage von Sodom“ ist Pier Paolo Pasolinis letzter und kontroversester Film aus dem Jahr 1975, lose basierend auf dem Roman des Marquis de Sade. Die Handlung spielt in der faschistischen Republik Salò im Norditalien des Jahres 1944: Vier mächtige Männer – ein Herzog, ein Bischof, ein Richter und ein Präsident – entführen junge Männer und Frauen in ein abgelegenes Anwesen. Dort unterwerfen sie die Gefangenen einem Regime aus Demütigung, sexueller Gewalt und Folter, strukturiert in vier „Höllenkreisen“ mit zunehmender Grausamkeit, von Manien über Scheiße bis hin zu Blut und Zerstörung der Körper.
Der Film zeigt explizite Szenen homosexueller und heterosexueller Akte, Sadomasochismus sowie Gruppendynamiken der Unterdrückung, die nicht als queere Affirmation, sondern als Allegorie auf totalitäre Macht und moralischen Verfall dienen. Pasolini kritisiert damit Faschismus, Konsumgesellschaft und autoritäre Strukturen. Als Skandalfilm verboten und zensiert, bleibt er ein provokantes Vermächtnis, das bis heute über Machtmissbrauch und die Zerstörung menschlicher Würde nachdenklich macht.
Queerer Bezug: Der Film enthält explizite Darstellungen homosexueller Akte und queere Dynamiken im Kontext sadistischer Machtausübung, die jedoch nicht als positive LGBT-Repräsentation, sondern als Kritik an totalitärer Unterdrückung zu verstehen sind.