- Typ
- Dokumentation
- Genre
- Dokumentarfilm, Essay-Film
- Jahr
- 1989
- Laufzeit
- 55 Minuten
Tongues Untied ist ein experimenteller Dokumentarfilm von Marlon Riggs aus dem Jahr 1989, der sich gegen Homophobie und Rassismus positioniert. Der Film verbindet Dokumentaraufnahmen mit persönlichen Berichten, Poesie, Performance-Elementen und Musik, um die spezifische Erfahrung schwarzer schwuler Männer in Amerika darzustellen. Riggs thematisiert das Schweigen der schwarzen LGBTQ+-Community, die durch die Vorurteile der weißen und schwarzen heterosexuellen Gesellschaft sowie der weißen Gay-Community zum Schweigen gebracht wird.
Der Film behandelt zentrale Themen wie rassische und sexuelle Identität, Diskriminierung, Ballroom-Kultur und die Auswirkungen der HIV/AIDS-Epidemie. Mit der Botschaft "Black men loving Black men is the radical act" fordert Riggs eine liebevolle Revolution und Selbstbestimmung auf. Der Film war bahnbrechend: Bei seiner Ausstrahlung 1990 sahen amerikanische Fernsehzuschauer erstmals einen romantischen Kuss zwischen Männern im öffentlichen Fernsehen. Tongues Untied gilt als wichtiges kulturelles und künstlerisches Werk, das die Perspektiven der marginalisiertesten Mitglieder der Gesellschaft beleuchtet.
Queerer Bezug: Der Film ist ein Meilenstein der LGBTQ+-Filmgeschichte und dokumentiert die Erfahrungen schwarzer schwuler Männer. Er war bahnbrechend für die Darstellung von Homosexualität im amerikanischen Fernsehen und thematisiert die Intersektionalität von Rassismus und Homophobie.