- Typ
- Film
- Genre
- Drama
- Jahr
- 2021
- Laufzeit
- 116 Minuten
Große Freiheit ist ein eindringliches österreichisch-deutsches Filmdrama aus dem Jahr 2021 unter der Regie von Sebastian Meise. Es erzählt die Geschichte von Hans Hoffmann, einem homosexuellen Mann, der zwischen 1945 und 1969 mehrmals wegen des berüchtigten § 175 StGB in westdeutschen Gefängnissen inhaftiert wird. Dieser Paragraph kriminalisierte sexuelle Handlungen zwischen Männern und führte zu einer Kontinuität der Repression von der NS-Zeit bis in die Nachkriegsjahre.
Die Handlung springt zwischen verschiedenen Zeitebenen: 1945 wird Hans direkt aus einem KZ ins Gefängnis überstellt, 1957 folgt eine Haft wegen einer Beziehung, die tragisch endet, und 1968 landet er erneut im Knast nach einer Razzia beim Cruising. Dort trifft er wieder auf seinen Zellengenossen Viktor, einen drogenabhängigen Mörder. Aus anfänglicher Abneigung entwickelt sich eine tiefe, ambivalente Verbindung voller Respekt, Empathie und möglicherweise Liebe. Kurz vor Hans’ Entlassung 1969 wird der § 175 teilweise reformiert, doch Hans sehnt sich paradoxerweise nach der Sicherheit des Gefängnisses zurück.
Der Film beleuchtet die LGBT-Relevanz, indem er die systematische Diskriminierung und Entrechtung schwuler Männer thematisiert und auf die lange Nachwirkung des NS-Unrechts hinweist. Mit starken Leistungen von Franz Rogowski und Georg Friedrich wird die Sehnsucht nach Freiheit, die ironischerweise im Gefängnis intensiver wird, berührend dargestellt.
Queerer Bezug: Der Film thematisiert die Verfolgung homosexueller Männer durch den § 175 StGB von der NS-Zeit bis in die 1960er Jahre und zeigt die Entwicklung einer intensiven Beziehung zwischen zwei Männern im Gefängnis.